Hormone, Pille und Medikamente

Menopause und Hormone

Wenn die Eierstöcke vermindert weibliche Hormone (Östrogene) produzieren, geht nicht nur die Zeit der Fruchtbarkeit zu Ende. Die Schutzwirkung der Östrogene auf Herz und Gefässe nimmt ebenfalls ab. Beim Stoffwechsel wirkt sich der Östrogenrückgang gleich auf mehrere Risikofaktoren ungünstig aus: Cholesterin, Blutdruck und Blutzucker. Eine Hormonersatztherapie zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten wird heute nicht mehr empfohlen. Sie kann aber gezielt und bewusst eingesetzt werden, um besonders belastende Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Besprechen Sie die Frage mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt und lassen Sie sich bezüglich Nutzen und möglichen Risiken der verschiedenen Präparate und Verabreichungsformen beraten. Vielfach werden heute Hormonpräparate bevorzugt, die über die Haut aufgenommen werden. Diese Form der Aufnahme ist deshalb von Vorteil, weil die Medikamente nicht den Stoffwechsel belasten und in niedrigerer Dosierung zugeführt werden können. Auch Therapieformen und Heilmittel aus der Komplementärmedizin können Wechseljahrbeschwerden lindern.

Hormonelle Verhütung («Pille»)

Anders als die hochdosierten Verhütungspillen der ersten Generation haben die heutigen kombinierten Präparate keinen nennenswerten ungünstigen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Bei Frauen hingegen, die zu Venenthrombosen neigen, können die in kombinierten Präparaten enthaltenen Hormone das Risiko einer Thrombose erhöhen. Dieses Risiko steigt bei Raucherinnen, welche die Pille nehmen, stark – besonders wenn als dritter Faktor erhebliches Übergewicht dazukommt. Lassen Sie sich in der frauenärztlichen Praxis über die für Sie zuträglichen Verhütungspräparate und -methoden beraten. Auch das Risiko eines Hirnschlags ist erhöht bei Frauen, welche die Pille einnehmen und noch zusätzliche Risikofaktoren haben, wie beispielsweise vererbbare Gerinnungsstörungen, Rauchen oder eine Migräne mit Aura.

Herz-Kreislauf-Medikamente

Jüngere Studien weisen darauf hin, dass Frauen auch auf Medikamente nicht einfach wie "zierliche Männer" reagieren. Am stärksten fällt der Geschlechtsunterschied beim Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin) auf: Bei Patienten die bereits einen Herzinfarkt oder einen Hirninfarkt erlitten haben und bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit und Diabetes ist Aspirin sowohl bei Männern als auch bei Frauen sehr wirksam.

Bei Personen, die noch keine Gefässkrankheit erlitten haben und nicht an Diabetes leiden, wirkt Aspirin nur bei Männern vorbeugend gegen Herzinfarkt, bei Frauen hingegen nicht.

Im Gegensatz dazu wirkt Aspirin bei älteren Frauen vorbeugend gegen einen Hirnschlag, bei Männern nicht. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass Männer durchschnittlich zehn Jahre früher und auch häufiger einen Herzinfarkt erleiden als Frauen, während Frauen häufiger und in höherem Alter von einem Hirnschlag betroffen sind.


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