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Wie mehr Gesundes auf den Tisch kommt

Frieda Dähler verhilft Menschen nach einem Herzinfarkt zu einer gesünderen Ernährung. Ihre Ernährungsberatung kommt ohne Verbote aus. Fast ganz. Denn zwei Tabus gibt es für sie.

Ernährung ist etwas ganz Privates. Was auf den Teller kommt und was nicht, lassen wir uns nicht gerne vorschreiben. Das weiss auch Frieda Dähler. Daher beginnt sie ihr Gespräch ganz entspannt, viel­leicht sogar etwas zurückhaltend. «Wichtig ist zu wis­sen, dass es bei der herzgesunden Ernährung keine Ver­bote gibt», sagt sie. Und nimmt so allen denen den Wind aus den Segeln, die sich unter einer Ernährungsberate­rin eine strenge Erzieherin oder ähnliches vorstellen. 

Frieda Dähler, Ernährungsberaterin
«Ich esse gern. Das gehört zu meinem Beruf», sagt die Ernährungsberaterin Frieda Dähler.

Am Inselspital in Bern beglei­tet sie Herzpatientinnen und ­-pa­tienten während der ambulanten Rehabilitation. Der Kurs beginnt mit einer Schulung in der Gruppe. Anschliessend vertieft Frieda Dähler Themen im Einzelge­spräch. Im persönlichen Gespräch ermittelt sie die Wünsche und Ziele der Patientinnen und Patienten.

Nicht alle möchten das Gleiche er­reichen. Die einen wollen Gewicht verlieren. Andere möchten einfach erfahren, was man darf und was nicht, klare Leitplanken, auch wenn es die so nicht gibt. Schliesslich wollen einige ihre Ernährung gar nicht um­stellen und die verbleibenden Jahre wie gewohnt wei­terleben. Auch dies ist für Frieda Dähler okay: «Letztlich ist jeder der Kapitän seines Schiffes.»

Mit Hilfe eines Fragebogens findet sie heraus, wie sich eine Person ernährt. Daraufhin erklärt sie, wie jemand mehr gesunde Anteile in die Ernährung ein­bauen kann. Ihre Empfehlungen richten sich nach der Mittelmeerernährung, weil diese als besonders herz­gesund gilt. Sie gibt Tipps und Ratschläge, wie dies im Alltag auch gelingt. Dabei muss vieles stimmen: der persönliche Genuss, die sozialen Bedürfnisse und auch das Budget.

Die Empfehlungen sind für Frieda Dähler manchmal wie Sterne. Auch wenn man sie nicht ganz erreichen kann, sie weisen einem immerhin den Weg. Trotz der Flexibilität gibt es für sie zwei No­Gos: Erstens, wenn jemand dauernd zuckerhaltige Getränke zu sich nimmt. Das sei erwiesener­massen schlecht fürs Herz, fügt sie hinzu. Zweitens Fertigprodukte. Besonders ungesund wird es, wenn sich jemand fast ausschliesslich mit Pizzas oder anderen Fertigmahlzeiten verpflegt und nie selbst kocht.

Sie selbst isst sehr gerne. «Ich glaube, das gehört zu meinem Beruf», sagt sie. Dass sie auf ihre Ernährung achtet, gehört wohl auch dazu. Sie lacht. Ja, sie überlege sich tatsächlich, ob der Proteinlieferant auf ihrem Teller sei, das sei halt déformation professionnelle und laufe unbewusst ab. Trotzdem bleibt ihre Haltung zum Essen locker. Auch Fleisch isst sie. Ihre grosse Liebe gilt jedoch dem Gemüse. Nicht weil es so furchtbar gesund sei, be­kräftigt sie, sondern weil sie es einfach gernhabe. 


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