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Was der eigene Puls verrät

Der Puls ist viel mehr als ein pausenloses Klopfen. Er sagt einiges aus über unser Herz und den Zustand unseres Körpers. Ist er unregelmässig, kann er auf eine Herzrhythmusstörung hinweisen. Was da unter unserer Haut pocht, ist also äusserst aufschlussreich.

Richtig bemerkbar wird der Puls nur, wenn er hochgeht. Beim Verliebtsein zum Beispiel, auf einer Bühne vor vielen Menschen oder nach mehreren Tassen Kaffee beginnt das Herz zu klopfen und an Körperstellen wie der Halsschlagader spürt man ein unangenehmes Pulsieren: Das Herz schlägt bis zum Hals.

Damit ist eigentlich schon klar, was der Puls ist: quasi die Fortsetzung unseres Herzschlags. Immer wenn unsere Pumpe Blut auswirft, presst sie einen Blutstrom durch die Arterien. Dies lässt den Druck auf die Arterienwände ansteigen. Entspannt sich unser Herz, sinkt der Druck wieder. Die Pulswellen zeigen also an, in welchem Tempo und Rhythmus das Herz schlägt.

Puls messen

Kleine Tiere, hoher Puls
Das Tempo des Pulses hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel vom Alter: Bei neugeborenen Babys klopft er etwa 130 Mal pro Minute, bis ins Erwachsenenalter sinkt er auf 60 bis 80 Mal. Bei Frauen ist er generell leicht höher als bei Männern. Tiere haben ganz unterschiedliche Herzfrequenzen. Das Herz einer Maus schlägt 600 Mal pro Minute, das eines fliegenden Kolibris 1'200 Mal, das Katzenherz 100 Mal und das eines Elefanten 25 bis 30 Mal.

Über den Daumen gepeilt kann man sagen, je grösser das Tier, desto tiefer die Herzfrequenz. Und was interessant ist: Je höher der Puls eines Tieres desto tiefer die Lebenserwartung. Die Maus wird nur ein paar Jahre alt, der Elefant erlebt bis zu 70 Lenze.

Der Körperzustand hat ebenfalls einen Einfluss auf unseren Puls. Angst, Freude oder Drogen zum Beispiel verändern ihn. Einen für alle sofort spürbaren Effekt hat die körperliche Aktivität. Am tiefsten ist der Puls, wenn wir körperlich inaktiv sind. Man spricht dann vom Ruhepuls. Beginnen wir uns zu bewegen, schraubt ein komplexer Mechanismus die Herzfrequenz hoch. Denn Bewegung bedeutet, dass unsere Muskeln arbeiten müssen und mehr Sauerstoff brauchen. Deshalb pumpt das Herz mehr sauerstoffreiches Blut in den Körper. Beim Joggen kann der Puls schon mal den Wert 160 oder mehr erreichen.

Anzeichen einer Rhythmusstörung
Seinen Puls misst man am besten in einem entspannten Zustand, also im Sitzen oder Liegen, mit Zeig- und Mittelfinger an der Innenseite des Handgelenks. Der normale Ruhepuls von Erwachsenen liegt wie gesagt zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Bei Sportlerinnen und Sportlern ist er etwas tiefer, weil ihr Herz gut trainiert ist und pro Schlag mehr Blut in den Körper pumpt. Krankheiten können den Ruhepuls beeinflussen. Fieber oder Schilddrüsenerkrankungen erhöhen diesen. Herzrhythmusstörungen verändern die Herzfrequenz ebenfalls.

Bei gewissen Rhythmusstörungen schlägt das Herz zu langsam. Bei anderen wie beispielsweise dem Vorhofflimmern kann der Puls plötzlich stark ansteigen, das Herz beginnt zu rasen, manchmal stundenlang. Das Vorhofflimmern kann sich aber auch durch einen unregelmässigen Pulsschlag bemerkbar machen. Das Herz scheint dann zu hüpfen oder zu stolpern. Herzrhythmusstörungen können unerwünschte Folgen für unsere Gesundheit haben. Daher lohnt es sich, auf das Pochen im Körper zu hören und zwischendurch mal den Puls zu messen.

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