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Wie man sein schwaches Herz pflegt

Corinne Krähenbühl weiss, was Herzinsuffizienz-Patieten brauchen. Sie berät sie in Momenten, die oft nicht zu den schönsten des Lebens gehören.

Vor nicht allzu langer Zeit sagte eine betrübte Patientin: «Ich möchte gerne wieder mit meinem Hund laufen gehen.» Die ältere Frau konnte kaum im Bett aufsitzen, so entkräftet war sie. Corinne Krähenbühl sah sie an und versuchte, ihr Mut zuzusprechen. Und zeigte auf, was eine Herzinsuffizienz ist. 

Die Herzinsuffizienzberaterin am Luzerner Kantonsspital erklärte in verständlichen Worten, was mit ihrem Körper geschehen war. Dass nämlich das Herz jahrelang überbelastet war, zu stark pumpen musste. Dadurch veränderte sich der Herzmuskel. Schliesslich kam es zur befürchteten Dekompensation: Die Herzschwäche verschlechterte sich akut, der Kreislauf geriet in eine bedrohliche Schieflage und die ältere Frau musste notfallmässig ins Spital eingeliefert werden. Damit dies nicht oder nicht nochmal geschieht, berät Corinne Krähenbühl solche Patienten.

Corinne Krähenbühl, Herzinsuffizienz-Beraterin

Die Diagnose Herzinsuffizienz verunsichert. «Viele denken, sie müssten jetzt ihr Herz schonen», sagt Krähenbühl. Doch das Gegenteil ist der Fall, Herzinsuffizienzpatienten sollen, ja müssen sich bewegen. «Ich erkläre dann einem herzkranken Vater und seinem Sohn, dass sie zusammen wieder auf dem Pilatus wandern dürfen», sagt Krähenbühl, «wenn auch nicht so schnell wie früher».

Hinzu kommt, dass Patienten auf einfache Dinge wie Gewicht, Salz- und Flüssigkeitskonsum genau achten müssen. Gerade eine plötzliche Gewichtszunahme ist ein Warnzeichen dafür, dass sich Wasser einlagert und es dem Herzen schlechter geht. Die tägliche Kontrolle ist schwieriger, als man denkt. Der Mensch sei eben ein Gewohnheitstier, merkt Krähenbühl an, und ändere sein Leben nicht gerne. Das Herzinsuffizienz-Kit der Schweizerischen Herzstiftung hilft in dieser Situation weiter. Patienten können unter anderem in einem Tagebuch ihre Werte notieren und so besser auf die Warnzeichen achten.

Corinne Krähenbühl hört zu, nimmt sich Zeit und baut Vertrauen auf. Vielleicht bleibt sie deshalb bei ihren Patienten im Gedächtnis. «Viele erinnern sich an meinen Namen, was im Spital eher selten vorkommt», sagt sie. Im geschäftigen Betrieb eines grossen Spitals entsteht ein wichtiger persönlicher Bezug. Denn erst wer seine Situation wirklich versteht, kann sein künftiges Leben den Erfordernissen der Krankheit anpassen.

Die zu Beginn erwähnte, ältere Frau begegnete ihr neulich wieder und erzählte, sie spaziere regelmässig mit ihrem Hund, oft sogar die grosse Runde. Ihr sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen. In solchen Momenten weiss Corinne Krähenbühl, dass ihre Arbeit einem Menschen geholfen hat.


Erfahren Sie mehr

Lesen Sie mehr über Herzinsuffizienz, die Behandlungsmöglichkeiten sowie die Pflege des schwachen Herzens auf unserer Website www.schwachesherz.ch.

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