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Die Jongleurin der Herzoperationen

Damit die Herzchirurgen ihre Arbeit anpacken können, muss Luzia Lüthi die Operationstermine umsichtig planen. Bis jedoch jeder Patient parat und die Operation fixiert ist, kommt oft einiges dazwischen.

Am Morgen telefoniert Luzia Lüthi mit einem Herzpatienten, wir nennen ihn Josef Käslin. Er benötigt eine neue Herzklappe und informiert sich nach seinem Termin. Die Klappenoperation in der Herzchirurgie des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) möchte er so rasch wie möglich hinter sich bringen.

Luzia Lüthi muss ihn enttäuschen, er sei noch nicht zur Zahnuntersuchung gewesen. «Ich habe ein Gebiss», entgegnet Josef Käslin, «ich brauche keinen Zahnarzt.» Dann erklärt ihm Luzia Lüthi geduldig, dass dennoch entzündete Wurzelresten in seinem Kiefer sein können. Nach der Operation könnten die Bakterien seine neue Herzklappe angreifen, mit vielleicht tödlichem Ausgang. Sie plant ihn erst ein, wenn die Unterlagen zu seinen Zähnen eingetroffen sind.

Luzia Lüthi
Luzia Lüthi: «Ein gut geplanter Spitalaufenthalt reduziert Stress.»

Luzia Lüthi betreut die Patientinnen und Patienten vom ersten Augenblick an, also von der Anmeldung für die Operation, bis sie das Spital wieder verlassen. Während der ganzen Dauer ist sie die Ansprechperson für die  Betroffenen und Angehörigen. Für ihre Fragen, ihre Sorgen, ihre Nöte. Dies ist auch der Grund, weshalb sie sich nicht mehr wie früher «Case Managerin» nennt, sondern Patienten-Koordinatorin. «Case klingt für mich zu hart, zu stark nach einer Sache. Wir haben es aber nicht mit Fällen zu tun, sondern mit Menschen», sagt sie.

Ihr Tag beginnt mit einem Rapport. Sind die Patientinnen und Patienten parat? Sind die Unterlagen  vorhanden? Haben die Gespräche stattgefunden? Sind alle nötigen Voruntersuchungen gemacht? Wenn  etwas fehlt, kümmert sie sich darum. Dienstags wird dann das Programm für die nächste Woche mit dem Leiter der Herzchirurgie, Prof. Xavier Müller, besprochen.

Trotz  genauer Planung: Einen definitiven Operationstermin gibt es nicht. Ein Notfall kann das Programm der vier Herzchirurgen ordentlich durcheinanderbringen. Organisationstalent ist dann gefragt und Luzia Lüthi ist voll im Element. Es ist ihr Traumjob. Nur bei einer vierten Verschiebung reisst auch ihr mal der Geduldsfaden. Denn die Balance zwischen einer gelungenen Patientenbetreuung und den Vorgaben des Spitals zu finden, ist nicht immer einfach.

Der Patient, die Patientin soll gut vorbereitet und stressfrei die Operation antreten. Dafür sorgt sie. Doch trotz bester Vorbereitung gibt es Patienten, die im Spital überfordert sind. Dies könnte man verhindern. «Planen Sie alles für die Zeit während des Spitalaufenthalts und danach schon vor dem Eintritt», rät Luzia Lüthi, «denn vor und nach der Operation müssen Sie sich ganz auf sich konzentrieren, da hat es für Organisatorisches keinen Platz mehr.»

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