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Der Hirnschlag: Fragen & Antworten

Ein Hirnschlag wird oft mit einem Blitz aus heiterem Himmel verglichen. Er ist aber kein Ereignis, dem wir wehrlos ausgesetzt sind. Viele Hirnschläge und ihre tragischen Folgen könnten durch eine bessere Vorbeugung, das Erkennen von Warnzeichen und Symptomen sowie rasches und richtiges Handeln im Notfall vermieden werden. Die folgenden Fragen und Antworten helfen Ihnen, mehr über diese Dinge zu erfahren.

Hirnschlagbehandlung

Was ist ein Hirnschlag?
Zu einem Hirnschlag kommt es, wenn die Blutzufuhr in einem Bereich des Gehirns unterbrochen ist. Man nennt dies auch Schlaganfall, Insult oder Apoplexie. Man unterscheidet folgende Formen:

  • In etwa 85 Prozent der Fälle verstopft ein Blutgerinnsel ein Gefäss. Die Nervenzellen im betroffenen Bereich erhalten zu wenig oder gar keinen Sauerstoff sowie keine Nährstoffe. Sie werden rasch geschädigt und gehen zugrunde. Man nennt diesen Hirnschlag auch ischämischer Hirninfarkt.
  • Deutlicher seltener ist eine Hirnblutung. Dabei platzt ein Gefäss, worauf sich das Blut ins Hirngewebe ergiesst.

Wer ist betroffen?
Ein Hirnschlag kann jeden treffen, Jung oder Alt, Frau oder Mann. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 75 Jahren, 25% der Betroffenen sind jünger als 65. In unseren Video-Berichten von Betroffenen erfahren Sie mehr.

Wie bemerkt man einen Hirnschlag?
In den meisten Fällen treten eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auf:

  • plötzliche Lähmung, Gefühlsstörung oder Schwäche, meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein)
  • plötzliche Blindheit (oft nur auf einem Auge) oder Doppelbilder
  • Sprachstörungen und Schwierigkeiten Gesprochenes zu verstehen
  • starker Schwindel mit Gehunfähigkeit
  • plötzlicher, ungewöhnlicher, heftiger Kopfschmerz

Die Symptome eines Hirnschlags finden Sie auch als Bilder auf www.hirnschlag.ch

Was muss ich im Notfall unternehmen?

  • Reagieren Sie bei Verdacht auf einen Hirnschlag sofort und alarmieren Sie den Notruf 144!
  • Lagern Sie die Hirnschlagpatientin, den Hirnschlagpatienten mit flachem Oberkörper auf dem Rücken auf einer stabilen Unterlage oder am Boden (wenn bewusstlos, in Seitenlage).
  • Öffnen Sie enge Kleider, Krawatte oder Büstenhalter.
  • Geben Sie keine Medikamente oder Wasser; es besteht Gefahr des Verschluckens.

Was ist eine transitorische ischämische Attacke (TIA)?
TIA werden auch «Schlegli» oder «Streifung» genannt. Es handelt sich um vorübergehende Durchblutungsstörungen im Gehirn, welche zeitlich begrenzt dieselben Symptome eines Hirnschlags zeigen. Da es sich oft um Vorboten eines «richtigen» Hirnschlags handelt, muss unverzüglich ein Spital aufgesucht werden.

Wie behandelt man einen akuten Hirnschlag?
Ergeben Untersuchungen in einem Hirnschlagzentrum einen Hirnschlag, erfolgt häufig eine intravenöse Thrombolyse. Sie hilft, das Gerinnsel, welches die Hirnarterie blockiert, aufzulösen. Bei Verschlüssen grosser Hirngefässe kommen Stent-Retriever zum Einsatz. Dabei wird ein Metallgitter per Katheter zum Gerinnsel geführt und dort entfaltet, sodass das Blutgerinnsel am Metallgitter haften bleibt. Anschliessend zieht man das Gitter mit dem Blutgerinnsel heraus. Im Experten-Video erfahren Sie mehr darüber

Was passiert nach der Akutbehandlung?
Zur Vorbeugung weiterer Durchblutungsstörungen erhalten Betroffene meistens gerinnungshemmende Medikamente. Ausserdem werden sämtliche Risikofaktoren und Vorerkrankungen, die einen Hirnschlag begünstigen, behandelt. Nach dem Hirnschlag geht es auch darum, die beeinträchtigten Funktionen zu verbessern. Dazu zählen: Lähmungen, Gehbehinderungen, Seh-, Sprech- und Sprachstörungen, Störung der Wahrnehmung, des Gedächtnisses oder Veränderung der Emotionen. Eine solche Neurorehabilitation kann unter Umständen lange dauern und verschiedene Therapieformen beinhalten. Mehr zur Rehabilitation nach einem Hirnschlag.

Kann ich einen Hirnschlag auch im Schlaf bekommen?
Etwa 20 Prozent der Hirnschläge treten im Schlaf auf. Im Hirnschlagzentrum kann mittels bildgebender Verfahren bestimmt werden, wie gross der Schaden ist und welche Behandlungs-Option am besten geeignet ist.

Was sind die gesundheitlichen Folgen eines Hirnschlags?
Mögliche Folgen eines Hirnschlags sind:

  • Lähmungen von Arm, Bein, Gesicht oder einer ganzen Körperhälfte
  • Gehbehinderung
  • Sehstörungen wie Doppelbilder oder Gesichtsfeldausfälle
  • Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen oder selbst zu sprechen
  • Sprech- und Schluckstörungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Veränderung der Stimmungslage wie Depressionen, Ängste, Aggression oder Gereiztheit
  • Gedächtnisstörungen
  • Müdigkeit
  • Störung des Temperatur- oder Berührungsempfindens

Was sind die Risikofaktoren für einen Hirnschlag?

  • Bluthochdruck schädigt die Gefässe und führt zu Blutungen oder Gerinnseln.
  • Herzkrankheiten: Unbehandelte Herzerkrankungen, zum Beispiel Vorhofflimmern, können dazu führen, dass ein Gerinnsel aus dem Herzen ins Gehirn gespült wird.
  • Zu hohe Blutfettwerte
  • Ungesunde Ernährung
  • Zu geringe körperliche Aktivität
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Alter
  • Erbliche Faktoren

Wie kann ich vorbeugen?
Durch einen gesunden Lebensstil und eine optimale Prävention und Behandlung der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren könnten mehr als 50 Prozent der Hirnschläge vermieden werden. Es gibt zudem Krankheiten, die das Risiko für einen Hirnschlag deutlich erhöhen. Sie sollten deshalb behandelt werden. Beispiele sind Bluthochdruck, die koronare Herzkrankheit (Angina pectoris, Herzinfarkt), eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen in den Beinen) oder Vorhofflimmern.

Was muss ich beachten, wenn ich einen hohen Blutdruck habe?
Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für einen Hirnschlag. Sie sollten deshalb unbedingt etwas dagegen tun. Ist er nur leicht erhöht, genügen unter Umständen Lebensstilanpassungen, wie Abbau von Übergewicht, Reduktion des Salzkonsums, regelmässige Bewegung. Reicht dies nicht, um den Blutdruck genügend zu senken, helfen blutdrucksenkende Medikamente, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschreibt. Lassen Sie Ihren Blutdruck mindestens einmal im Jahr von einer Fachperson messen.

Ich habe Vorhofflimmern. Was muss ich wissen?
Vorhofflimmern ist mit einem hohen Hirnschlagrisiko verbunden. Durch einen relativ einfachen Eingriff kann Vorhofflimmern bei vielen Personen geheilt werden. Kann es bei Ihnen nicht behoben werden, wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Blutverdünner verschreiben. Mehr über Vorhofflimmern erfahren.

Ich rauche. Bin ich stärker gefährdet?
Rauchen erhöht das Risiko für die meisten Herz-Kreislauf-Krankheiten, so auch für einen Hirnschlag. Der Rauch ist zudem krebserregend. Hören Sie deshalb mit Rauchen auf. Nach drei bis fünf rauchfreien Jahren reduziert sich Ihr Hirnschlagrisiko wieder auf dasjenige eines Nichtrauchers. Hilfsangebote und Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören, finden Sie hier.

Ich habe hohes Cholesterin. Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen Hirnschlag?
Ein zu hoher Cholesterinspiegel spielt bei der Entstehung der Arteriosklerose eine wichtige Rolle. Diese wiederum begünstigt die Entstehung eines Blutgerinnsels, das die Blutzufuhr in einer Hirnarterie blockieren und so zu einem Hirnschlag führen kann. Eine Anpassung des Lebensstils kann den Cholesterinspiegel senken. Das heisst weniger gesättigte Fette konsumieren, die v.a. in tierischen Nahrungsmitteln zu finden sind. Regelmässige Bewegung und bei Raucherinnen und Rauchern ein Rauchstopp wirken sich ebenfalls positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Reicht dies nicht, wird Ihnen Ihre Ärztin, Ihr Arzt ein blutfettsenkendes Medikament verschreiben. Ihre Blutfettwerte sollten Sie mindestens alle fünf Jahre bei der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke kontrollieren lassen. Empfehlenswert sind Apotheken, die den durch die Schweizerische Herzstiftung validierten HerzCheck anbieten.

Hat Alkohol einen Einfluss auf mein Risiko?
Alkohol wirkt sich negativ auf das Hirnschlag-Risiko aus. Personen mit bestehenden Risikofaktoren für einen Hirnschlag sollten deshalb auf Alkoholgenuss verzichten.

Was spielt Stress für eine Rolle?
Andauernder Stress kann die Gesundheit der Gefässe negativ beeinflussen und ist deshalb auch ein Risikofaktor für Hirnschlag. Ratschläge, um ungesunden Stress abzubauen, finden Sie hier.

Ich nehme die Pille und leide unter Kopfschmerzen mit Aura. Habe ich eine erhöhte Gefahr für einen Hirnschlag?
Ja, das Risiko ist bei Kombination von Pille und Migräne mit Aura signifikant erhöht. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt in dieser Situation eine Risikoabschätzung macht. Gefährlich ist insbesondere die Dreier-Kombination von östrogenhaltigen Kontrazeptiva, Migräne mit Aura und Rauchen.

In meiner Familie sind schon Hirnschläge und Herzinfarkte vorgekommen. Habe ich erblich bedingt ein erhöhtes Risiko? Und was kann ich vorbeugend tun?
 Es hängt davon ab, in welchem Alter die Ereignisse in Ihrer Familie aufgetreten sind, wie die Verwandtschaftsgrade sind und was die Ursache der Hirnschläge und Herzinfarkte war. Ein Herzinfarkt oder ein Hirnschlag, die bei Mutter, Schwester oder Tochter vor dem 65. und bei Vater, Bruder oder Sohn vor dem 55. Lebensjahr auftreten, sind ein Hinweis auf eine erbliche Veranlagung. Ist das bei Ihnen der Fall, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen. In der Regel genügt es, vaskuläre Risikofaktoren zu kontrollieren (Blutdruck, Cholesterin, Diabetes) und einen gesunden Lebensstil zu pflegen (Ernährung, Bewegung, Normalgewicht, Rauchstopp).

Ich möchte andere über den Hirnschlag und seine Folgen informieren. Was kann ich tun?
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