Forschungspreis

Seit 1981 verleiht die Schweizerische Herzstiftung jährlich einen Forschungspreis für eine oder mehrere hervorragende wissenschaftliche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Prävention, Diagnose und Behandlung der Herz-Kreislauf-Krankheiten. Der Preis ist mit CHF 20'000 dotiert.

Forschungspreis 2017: Bessere Behandlung für Hirnschlag- und Herzinfarktpatienten

Dr. med. David Nanchen und Dr. med. David Seiffge, die Preisträger 2017
Dr. med. David Nanchen und Dr. med. David Seiffge, die Preisträger 2017

Die Schweizerische Herzstiftung verleiht den Forschungspreis 2017 an Dr. David Nanchen der medizinischen Universitätsklinik der Universität Lausanne und Dr. David Seiffge des Stroke Centers des Universitätsspitals Basel und der Universität Basel. Sie zeigen in ihren Studien auf, wie die Herzinfarkt- und Hirnschlagbehandlung zukünftig weiter verbessert werden kann.

Bessere Nachsorge nach Herzinfarkt
Die Forschungsergebnisse von David Nanchens Projekt ermöglichen es, Herzinfarktpatienten und solche mit einer akuten Angina pectoris künftig gezielter zu behandeln. Nanchen hat aufgezeigt, dass fünf Prozent der Herzinfarktpatienten die klinischen Kriterien einer erblichen Stoffwechselkrankheit erfüllen, zehnmal mehr als in der Allgemeinbevölkerung. Bei solchen Patienten ist das Cholesterin von Geburt an stark erhöht – man spricht von einer familiären Hypercholesterinämie. Auch nach einem behandelten Infarkt bleibt die Patientengruppe stark gefährdet, wie die Studie aufgezeigt hat: Das Risiko für einen weiteren Herzinfarkt im darauffolgenden Jahr ist für sie doppelt so gross. «Für die Vorsorge dieser Patienten ist es wichtig, die familiäre Hypercholesterinämie frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln», sagt David Nanchen. Denn diese Patienten können von neuen, seit kurzem erhältlichen Medikamenten profitieren, die sehr wirkungsvoll das Cholesterin senken.

Hirnschlagbehandlung für weitere Patienten
David Seiffges Forschungsergebnisse ermöglichen bestimmten Patienten bei einem akuten Hirnschlag eine Notfallbehandlung, die ihnen bislang nicht offenstand. Viele Herz-Kreislauf-Patienten erhalten gerinnungshemmende Medikamente, sogenannte Antikoagulantien, um einem Hirnschlag vorzubeugen. In seltenen Fällen kommt es trotzdem zu einem Hirnschlag. Erleiden Patienten unter neuen oralen Antikoagulantien (NOAC) doch einen Hirnschlag, schliesst man sie bislang von der Thrombolyse, einer Gerinnsel auflösenden Hirnschlagbehandlung, aus. Die Blutungsgefahr gilt als zu hoch. David Seiffge und die Hirnschlagforschungsgruppe des Universitätsspitals Basel haben nun in einer grossen internationalen Studie nachweisen können, dass diese Patienten kein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Zudem fand er heraus, dass man die vorbeugende Therapie mit NOACs nach einem Hirnschlag früher als bisher angenommen wiederaufnehmen kann. Sollten weitere Studien diese Ergebnisse bestätigen, werden die Behandlungsrichtlinien demnächst überarbeitet. «Solche Hirnschlagbetroffene können zukünftig mit einem besseren Behandlungsergebnis rechnen als bisher, sofern sie rasch zur Behandlung in ein Stroke Center oder eine Stroke Unit kommen», sagt David Seiffge.

Forschungspreis 2016: Emotionen können aufs Herz schlagen

Eine starke psychische Belastung kann in seltenen Fällen zu einer gefährlichen Funktionsstörung des Herzens führen. Man nennt die Störung Takotsubo-Syndrom. Neu haben zwei Forschende der Universität Zürich entdeckt, dass nicht nur negative Ereignisse, sondern manchmal auch extrem freudige Emotionen diese Störung auslösen können. Die Schweizerische Herzstiftung ehrt ihre Arbeit auf diesem Gebiet mit dem Forschungspreis 2016.


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Broschüre Forschungsförderung der Schweizerischen Herzstiftung

Einblicke in die Schweizer Herz-Kreislauf-Forschung in der Schweiz. Ausgabe 2015

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